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Karriere ohne Studium – von der Hauptschule bis zur Betriebsleitung

Er hält Hamburgs Güterwagen in Schuss: Seit 18 Jahren ist Sebastian Weiß in der Bahn-Branche tätig, heute ist er Betriebsleiter der Werkstatt im Hamburger Hafen. Denn der Industriemeister hat sich konsequent weitergebildet – auch am ELBCAMPUS.

Sebastian Weiß (36) ist Betriebsleiter der Waggonwerkstatt der Josef Meyer Rail Hamburg

Wer Sebastian Weiß nach seiner Laufbahn fragt, erfährt viel über seine Erfolge: Der Hamburger hat sich hochgearbeitet, startete als Hauptschüler und wurde mit nur 26 Jahren zu einem der jüngsten Meister der Hamburger Hafenbehörde HPA. Heute, mit gerade einmal 36 Jahren und ohne Studium, ist er Betriebsleiter der Waggonwerkstatt im Hamburger Hafen: Seit Mai 2023 sorgt er dort gemeinsam mit seinem Team dafür, dass der Güterumschlag an der Elbe reibungslos läuft. Denn die Werkstatt der Firma Josef Meyer Rail Hamburg setzt Waggons für ganz Norddeutschland instand.

Hindernisse als Chancen

Doch Sebastian Weiß vergisst auch die Rückschläge nicht beim Nachdenken über seine Karriere: Als Schüler blieb er in der 4. Klasse sitzen. „Drei Fünfen hatte ich damals auf dem Zeugnis!“ erinnert sich der Bahnexperte zurück. Das passte nicht mit dem Ehrgeiz des Jungen zusammen – seitdem lernt er. Und das nahezu ununterbrochen: Mal büffelt er für den Kranführerschein, dann belegt er am ELBCAMPUS einen Crashkurs für Buchführung  oder AutoCAD. „Hindernisse wie mein Sitzenbleiben sehe ich heute als wichtige Chance“, sagt er. 

Früh auf Augenhöhe

Er sei mittlerweile ein Freund des lebenslangen Lernens: In der Schule stieg sein Notenschnitt damals rapide an, so dass er auf die Realschule wechseln kann. Nach dem Abschluss dort ergattert er einen Ausbildungsplatz bei der HPA: Er lernt Bauschlosser, merkt als Geselle aber schnell, dass ihm das Arbeiten im Gleisbau allein nicht reicht. Er will mehr Verantwortung – und neue Aufgaben. 

Am ELBCAMPUS lässt er sich deshalb zunächst zum Technischen Fachwirt weiterbilden und schreibt sich dann für die Schulung zum Industriemeister ein. Der Qualifikation folgt 2014 eine Beförderung bei der HPA – da ist Sebastian Weiß Mitte Zwanzig. „Seitdem spreche ich auf Augenhöhe mit Ingenieuren“, sagt der heutige Betriebsleiter.

Finanzielle Hilfe bei der Weiterbildung

Sein Beispiel zeigt: Auch ohne Studium gelingt ehrgeizigen Talenten ein Aufstieg ins gehobene Management – wenn sie sich entsprechend weiterbilden. Der Bahnspezialist weiß allerdings auch, was dieses Engagement kostet: „Finanziell waren meine Weiterbildungen für mich zwar eher leicht zu stemmen, denn über das Aufstiegs-Bafög werden bis zu 75 Prozent der Gebühren gefördert, aber organisatorisch sind sie schon eine große Herausforderung.“ Nach der Arbeit geht es schließlich nur kurz nach Hause, um zu essen und durchzuatmen. Danach startet die zweite Schicht – der Unterricht, der oft bis 21 Uhr dauert und manchmal auch am Wochenende stattfindet. Für dieses Pensum brauche man eine gewisse Selbstdisziplin, sagt Sebastian Weiß. Ihm hätten zudem auch die Lerngruppen geholfen, die die Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen am ELBCAMPUS bilden: „Gemeinsam ist es leichter, sich zum Durchhalten zu motivieren.“

Auch Rückschläge gehören dazu

Um weiter aufzusteigen und Führungsaufgaben zu übernehmen, startet Sebastian Weiß 2018 bei einem anderen Hamburger Anbieter die nächste Weiterbildung – dieses Mal zum Technischen Betriebswirt. Doch plötzlich gerät er in Zeitnot: Weil sein damaliger Vorgesetzter überraschend kündigt, wird er zum kommissarischen Werkstattleiter ernannt, weit mehr als 40 Stunden arbeitet er danach pro Woche, zum Lernen fehlt ihm dagegen die Zeit – Weiß patzt deshalb bei den Prüfungen. „Das war für mich ein herber Dämpfer, an dem ich ein halbes Jahr lang zu knabbern hatte.“ 

Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt 

Wenige Jahre später hat sich Weiß erneut eingeschrieben, dieses mal wieder am ELBCAMPUS – wo seine Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt  allerdings abermals pausiert: Er will sich nicht wieder verzetteln. Stattdessen konzentriert er sich jetzt primär auf seine neue Aufgabe als Betriebschef: Denn seit Mai 2023 gehört die Waggonwerkstatt im Hamburger Hafen zum Schweizer Unternehmen Josef Meyer Rail. Und dieses ernannte Weiß zum Leiter des Hamburger Tochterunternehmens. Jetzt soll sein Team weiterwachsen: Weiß sucht neue Mitarbeitende, gern auch Quereinsteiger. 

Mit seiner Biografie – dem Aufstieg vom Hauptschüler zum Chef – sehe er sich heute ein Stück weit auch als Vorbild, sagt der Betriebsleiter: Zwei Gesellen hätten er damit bereits inspiriert, beide meldeten sich für eine Weiterbildung am ELBCAMPUS an.

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