News
06. Januar 2011Klimaschutz - Notwendig sind Topsanierungen

Das Ziel liegt noch in weiter Ferne. Will Hamburg seine CO2-Emissionen bis 2020 tatsächlich um 40 Prozent gegenüber 1990 verringern, reichen die bislang beschlossenen Maßnahmen nicht aus. Spielraum sieht ein neues Gutachten auch noch bei der Gebäudesanierung.
Von vorgesehenen 5,5 Mio. Tonnen CO2, um die die Atmosphäre jährlich entlastet werden soll, sind erst 3,9 Mio. Tonnen gesichert. Das „Basisgutachten zum Masterplan Klimaschutz für Hamburg“, das das Arrhenius-Institut für Energie- und Klimapolitik im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt erarbeitet hat, macht deutlich, dass verschärfte Anstrengungen notwendig sind, um eine 40-prozentige Reduzierung zu erreichen. Das Gutachten benennt zusätzliche Einsparmöglichkeiten in unterschiedlichen Sektoren wie der Wärmeerzeugung oder beim motorisierten Verkehr. Nach breiter Diskussion mit Umweltverbänden und Kammern soll daraus der Masterplan abgeleitet werden.
Beitrag des Handwerks
Für Betriebe der Bau- und Ausbaugewerke sind vor allem die Aussagen zur Gebäudesanierung in Hamburg bedeutsam: Zusätzliche 220.000 Tonnen CO2 ließen sich pro Jahr dadurch vermeiden, dass weitere Wohnhäuser und öffentliche Gebäude energetisch saniert werden, stellt das Gutachten fest. Die jährliche Sanierungsquote in Hamburg von derzeit 1,8 % müsste dazu auf 2,5 % steigen – ein ehrgeizigeres Ziel, als auf Bundesebene verfolgt wird. Dort wird eine Quote von 2 % angestrebt.
Fortbildung für Klimaschutz
Um langfristige Effekte zu erzielen, sollte nach Ansicht der Gutachter auf höchstem Niveau saniert werden. Eine entsprechende Weichenstellung ist in Vorbereitung: Ab 2012 sollen in Hamburg im Neubau nur noch Passivhäuser, die ohne konventionelle Heizung auskommen, mit städtischen Mitteln gefördert werden.
Das Vorhaben der Topsanierung kann aber nur unter der Voraussetzung gelingen, dass sich Handwerksbetriebe rechtzeitig auf diesen Markt einstellen. Fortbildungen zur Dämmtechnik, zur Installation von Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung oder zum optimalen Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden sind dafür grundlegend – und werden bereits durch die Fortbildungsinitiative Handwerk und Energieeffizienz gebündelt (www.handwerkenergieeffizienz. de). Als Anreiz könnte eine Liste von Fachfirmen veröffentlicht werden, die nachgewiesenermaßen durch regelmäßige Fortbildungen auf dem neuesten Stand sind. Auch eine direkte Verknüpfung mit Förderprogrammen ist vorstellbar – damit Hamburg seinem Ziel näher kommt. cro / NordHandwerk
|


