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20. Juni 2010Job-Messe für Migranten: Gute Qualifikation als Türöffner

Sie verfügen oft über Kompetenzen, die gesucht sind: Migranten bieten großes Potenzial, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Messe Job-Kontakt stellte zum dritten Mal die Verbindung zu Unternehmen her. In diesem Jahr fand sie im ELBCAMPUS statt.
Für manches Aha-Erlebnis konnte Sonja Petersmeier am Stand der Fleischerinnung Hamburg sorgen. „Wie – da kann man sich später selbstständig machen?“, staunten gerade jugendliche Besucher, wenn sie ihnen aufzeigte, dass die eigene Fleischerei auch mit Hauptschulabschluss im Bereich des Möglichen liegt. „Welche Chancen sich nach der Ausbildung bieten, das muss man oft erklären“, fasste Sonja Petersmeier ihre Eindrücke zusammen.
Eine Ahnung von den Perspektiven, die eine handwerkliche Ausbildung eröffnet, brachten Volkan Türk, 18 Jahre alt, und sein Cousin Emre Yalin, 17, auf die Messe mit: „Damit hat man immer eine Zukunft.“
Beide wollten bei den 19 Ausstellern, darunter Hermes Logistik, die Bio-Bäckerei Effenberger und mehrere Zeitarbeitsfirmen, nach offenen Lehrstellen fragen, etwa für den Beruf des Malers und Lackierers. Dass es für ihn nicht ganz einfach ist am Arbeitsmarkt, hat Volkan Türk bereits erfahren: Seit dem Hauptschulabschluss vor einem Jahr sucht der Deutsch-Türke aus Hamburg-Horn den Einstieg. Für andere sind fehlende Sprachkenntnisse eine große Hürde oder Abschlüsse aus dem Herkunftsland werden in Deutschland nicht anerkannt.
„Schon jetzt haben 50 % der unter 18-Jährigen in Hamburg einen Migrationshintergrund. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir auf diese Gruppe mit gezielten Aktionen zugehen“, verdeutlichte Gernot Grohnert, Vizepräsident der Handwerkskammer Hamburg. Mit 3.400 Betrieben, die von einem Inhaber mit ausländischem Pass geführt werden, übernehme das Handwerk in der Stadt bereits „eine große Verantwortung in der Integration“.
Rund 2.000 Interessierte besuchten an zwei Tagen die Messe im Elbcampus in Harburg, so die Bilanz der Veranstalter unter Federführung der Handwerkskammer. Oft sei es die Zeitarbeit, die Türen in die reguläre Beschäftigung öffne, stellte Patrick Ahlers von der 7(S)-Gruppe fest. Elektronikfacharbeiter, CNC-Fräser und Solartechniker haben bei seinem Unternehmen gute Karten. Stimme die Qualifikation, „ist uns der Hintergrund der Bewerber relativ egal“, sagt der Leiter des KompetenzCenters Erneuerbare Energien. Und bescheinigt den Messebesuchern mit Wurzeln im Ausland doch eine Besonderheit: ihre Einstellung. „Sie sind engagiert, sie wollen etwas bewegen. Das ist etwas, was wir bei anderen häufig vermissen …“ NordHandwerk


