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20. Januar 2009Blockheizkraftwerke: Strom und Wärme hausgemacht

Waren Blockheizkraftwerke bisher vor allem für große Wärmeverbraucher wie Schwimmbäder, Hotels oder gewerbliche Nutzer mit hohem Wärmebedarf interessant, sorgen jetzt verbesserte Förderungen und kompaktere
Aggregate für interessante und rentable Einsatzmöglichkeiten auch im Bereich von Wohnhäusern.
Die übliche Stromerzeugung in großen Kraftwerken ist mit beträchtlichen Energieverlusten verbunden, da die prozessbedingt erzeugte Wärme meist ungenutzt bleibt. Der Wirkungsgrad von Kohle- oder Gaskraftwerken liegt deshalb deutlich unter 40 %. Dass dies nicht der Weisheit letzter Schluss ist, beweisen Blockheizkraftwerke, abgekürzt: BHKW.
Mini-BHKW
Sie erzeugen nicht nur Strom, sondern gleichzeitig auch Wärme für Heizung, Warmwasser oder als Prozesswärme im Gewerbe. Ein Blockheizkraftwerk kann so einen Wirkungsgrad von bis zu 95 % erreichen. Bislang wurden Blockheizkraftwerke vorzugsweise in großen Gebäudekomplexen (Krankenhäuser, Wohnsiedlungen, Schwimmbäder) eingesetzt. Mittlerweile werden aber immer mehr Blockheizkraftwerke für Ein- und Zweifamilienhäuser angeboten, die ohne weiteres in jedem Technikraum untergebracht werden können. Manche der so genannten Mini-BHKWs haben nur noch die Größe einer haushaltsüblichen Waschmaschine.
Der wiederentdeckte Stirlingmotor (siehe Kasten S. 40) ermöglicht innovative, wartungsfreundliche und kompakte Lösungen. Vorreiter für diese Technologie ist vor allem der Whispergen, der in den 90er Jahren in Neuseeland entwickelt wurde und nun vor allem in Großbritannien weite Verbreitung findet. Die Sunmachine ist eine in Deutschland produzierte pelletbefeuerte Stirlingmaschine mit neuartigem Brennerkonzept. Die Nutzung von Holzpellets als Brennstoff bietet hierbei auch noch fördertechnische Vorteile. Aber auch große Heizungshersteller planen Mini-BHKWs. Die dezentrale Erzeugung von Strom und Wärme sowie der Mix verschiedener Technologien bieten nicht nur ökologische Vorteile. Auch die Versorgungssicherheit wird erhöht und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduziert.
Wirtschaftlichkeit
Um ein Blockheizkraftwerk wirtschaftlich betreiben zu können, muss eine möglichst große jährliche Betriebsstundenzahl erreicht werden. Voraussetzung hierfür ist ein möglichst gleichmäßiger Wärmebedarf während des ganzen Jahres. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Schwimmbad ganzjährig beheizt werden soll, oder wenn in einem Mehrparteienhaus die Brauchwassererwärmung über ein Blockheizkraftwerk erfolgen soll. Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit muss neben der Förderung für die Investition vor allem auch die erhöhte Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom berücksichtigt werden. Diese erhöht sich zudem beim Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen wie Holzpellets oder Biogas als Treibstoff.
Grundsätzlich werden Mini-BHKWs aber auch für Ein- und Zweifamilienhäuser immer interessanter. Größere Produktionszahlen, steigende Konkurrenzangebote und verbesserte Technik lassen die Preise in wirtschaftlich interessante Bereiche fallen. Die seit dem 1. September 2008 verbesserte Förderung für Mini-BHKWs trägt schließlich auch noch zur Rentabilität bei.
Welche Anlagen werden gefördert?
Förderfähig sind Mini-KWK-Anlagen (KWK = Kraft-Wärme-Kopplung) bis zu einer elektrischen Leistung von max. 50 kW.
Die Anlagen müssen als wärmegeführt ausgelegt sein, das heißt, der Wärmebedarf steuert die Betriebsweise der Anlage. Die KWK-Anlagen müssen fabrikneu und serienmäßig hergestellt sein, einen integrierten Stromzähler haben und außerdem über einen vom Hersteller angebotenen Vollwartungsvertrag betreut werden können. Zusätzlich müssen die Anlagen bestimmte technische Anforderungen erfüllen.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat eine Liste der Anlagentypen, die diese Kriterien erfüllen und damit grundsätzlich förderfähig sind, im Internet veröffentlicht. Neben einer Basisförderung wird für bestimmte Module noch zusätzlich ein Umweltbonus gewährt. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der maximalen elektrischen Leistung der Anlage und den geplanten Vollbenutzungsstunden.
Nähere Informationen dazu erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Referat 432 – Kraft-Wärme-Kopplung, Tel.: 06196 908-336, Internet: www.bafa.de (unter dem Menüpunkt Energie – Kraft-Wärme-Kopplung – Mini-KWK-Zuschuss).
Das Land Schleswig-Holstein fördert ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen die Investition in ein Mini-BHKW. Auskünfte hierzu erteilt die Investitionsbank Schleswig-Holstein, Tel.: 0431 9905-3293, Internet: www.ib-sh.de. Zur staatlichen Förderung gehören weiterhin auch Steuererleichterungen, wie z. B. die Erstattung der Mineralölsteuer für den eingesetzten Brennstoff.
Wohin mit dem Strom?
Der erzeugte Strom kann entweder selbst genutzt oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die Art der Nutzung hängt dabei natürlich von den Konditionen ab, zu denen der Strom bezogen wird. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus Blockheizkraftwerken abzunehmen. Die Vergütung setzt sich zusammen aus dem Durchschnittspreis für Basislaststrom an der Leipziger Strombörse EEX, einem KWK-Zuschlag sowie den vermiedenen Netznutzungsgebühren für die Einspeisung in den unteren Spannungsebenen. (NordHandwerk/kl)
Kostenlose Beratung:
EnergieBauZentrum
Informations- und Beratungszentrum der Handwerkskammer Hamburg zum Thema Energieeinsparung
Zum Handwerkszentrum 1
21079 Hamburg
Tel.: 040 35905-822
E-Mail: energiebauzentrum@elbcampus.de
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